Ausblick 2010 Umweltzeichen im Tourismus: Ein wirksames Instrument Die bislang unternommenen Schritte sind ermutigend aber noch nicht
ausreichend. Damit Umweltzertifikate einen wirklich umfassenden Einfluss
auf den Tourismussektor nehmen können, müssen:
- die Anzahl der zertifizierten Produkte steigen,
- das Bewusstsein
bei den Verbrauchern und die Nachfrage nach zertifizierten touristischen
Angeboten weiter erhöht werden,
- Ressourcen im Bereich
des nachhaltigen Tourismus gebündelt
werden, um Doppelarbeiten zu verhindern und Kräfte effizienter
einzusetzen.
Bestehende oder zukünftige Ökolabel Initiativen in Europa
sowie Programme in Nord-, Süd- und Mittelamerika, Asien und
Afrika können vom Erfahrungsaustausch und der Kooperation
mit dem VISIT Verband profitieren.
Die aktuellen Diskussionen können in den nächsten Jahren
zur Bildung eines globalen Forums und einer Akkreditierungsstelle
für nachhaltige Tourismuszertifikate führen. Dieses Forum
kann touristische Initiativen zur Zertifizierung weltweit untersuchen,
anerkennen und fördern. Die neue Sustainable Tourism Stewardship
Council (STSC) Initiative ist ein viel versprechender Ansatz in diese
Richtung. Basierend auf den derzeitigen Entwicklungen innerhalb und
außerhalb Europas sind folgende Vorhersagen für das
Jahr 2010 durchaus denkbar:
- Eine globale STSC wird gegründet und vertritt relevante
wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene Interessen. Dieses
Gremium einigt sich auf einen internationalen Standard für
die Zertifizierung von nachhaltigen touristischen Dienstleistungen,
basierend auf den bestehenden Erfahrungen und Methoden.
- Der VISIT
Verband als regionales Netzwerk in Europa liefert einen Beitrag
zur Entwicklung dieses internationalen Standards und koordiniert
als regionaler Partner für Europa die Akkreditierung
der Umweltzertifikate sowie die Weiterentwicklung des Standards
in Europa.
- Die an der STSC Initiative teilnehmenden Umweltzeichen
arbeiten zusammen, um einen Teil ihrer Kriterien und Prüfverfahren
anzugleichen und eine gemeinsame Kommunikationsstrategie unter
einem gemeinsamen Logo für Verbraucher zu erarbeiten und
zu realisieren. Damit werden die Effektivität von Marketing
und Promotion gesteigert und Kosten minimiert.
- Die Umweltzertifikate
für touristische Produkte werden mit
den Zertifikaten für nicht touristische Produkte und anderen
Initiativen für eine nachhaltige (Tourismus-)Entwicklung
zusammenarbeiten.
- Die Verbände der Reiseveranstalter erkennen
den internationalen Standard für Umweltzeichen im Tourismus
an. Sie empfehlen ihren Mitgliedern, verstärkt mit solchen
Zertifzierungen zusammenzuarbeiten und deren Produkte in ihren
Katalogen aufzunehmen und offensiv zu bewerben.
- Ein einfacher
und vollständiger Zugang zu allen zertifizierten
Angeboten der verschiedenen Zeichen erleichtert die Vermarktung.
Alle relevanten Tourismusverbände unterstützen die
Verbreitung dieser Produkte, indem sie auf das gemeinsame Portal
der Umweltzeichen im Tourismus mit ihren geprüften Angeboten
hinweisen.
- Nationale und internationale Reiseveranstalter
und Touristinformationen arbeiten in zunehmendem Maße
mit den Umweltzertifizierungen zusammen, geben den ausgezeichneten
Produkten bei der Zusammenstellung des Angebotes den Vorzug
und kennzeichnen sie in Katalogen und im Internet.
- Reiseagenturen
sowie Informations- und Reservierungssysteme bieten einen „grünen
Schlüssel“ an, um
zertifizierte Produkte in einer bestimmten Destination leicht
zu identifizieren.
- Zielgebiete erarbeiten ein Nachhaltigkeitsprogramm
für
ihre touristische Entwicklung mit konkreten Zielen in den Bereichen
Umwelt, Soziales und Wirtschaft. Sie fördern die Zertifizierung
von Produkten, überwachen ihre Entwicklung mit Hilfe eines
aussagefähigen
Monitoringsystems und legen regelmäßig einen Bericht über
den Stand ihrer Entwicklung und die Erreichung der Ziele vor.
- Regierungen verbessern die Rahmenbedingungen für Umweltzeichen,
indem sie z.B. die Steuern für zertifizierte Angebote
senken und weitere Anreize und Vorteile für umweltfreundliche
Betriebe auf nationaler und internationaler Ebene schaffen.
- Betriebe innerhalb der touristischen Angebotskette sind in
zunehmendem Maße daran interessiert, die Nachhaltigkeit
ihrer Leistungen und ihre Konkurrenzfähigkeit zu verbessern.
Sie führen
ein Umweltmanagementsystem ein und bewerben sich um ein Zertifikat.
- Verbraucherverbände, Medien und andere Interessenvertreter
stärken das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften
und für ausgezeichnete Produkte bei ihren Mitgliedern
und in der Öffentlichkeit.
Umweltfreundlich Urlaub machen wird „in“ sein.
Mit diesen Maßnahmen haben die öffentlichen und privaten
Partner ein gut erkennbares „Regal“ für umweltverträgliche
und nachhaltige Produkte im internationalen „Supermarkt Tourismus“ eingerichtet
und mit geprüften Produkten aufgefüllt. Der Kunde hat eine
ausreichende „grüne“ Auswahl. Der Marktanteil erhöht
sich von weniger als 1% auf 5%, und das freiwillige Instrument Umweltzeichen
im Tourismus wird in zunehmendem Maße erfolgreich.
SUSTAINABLE TOURISM STEWARDSHIP COUNCIL (STSC)
Die Rainforest Alliance koordiniert die Entwicklung eines
globalen Akkreditierungsorgans für Zertifizierungssysteme für
nachhaltigen Tourismus.
Das Konzept zur Umsetzung will bestehende Zertifizierungsprogramme
stärken und ihnen die grundsätzliche Teilnahme am STSC
in drei Phasen ermöglichen:
- Aufbau regionaler Netzwerke zur Förderung des Dialoges
zwischen den Interessenverbänden, als regionale
Clearingstelle für die Information von Zertifizierungen,
als Einrichtung zur technischen Unterstützung für
Zertifizierungsprozesse
- Verbesserung der Marketing-
und Qualifizierungsmaßnahmen
für Zertifizierungsprogramme, die sich akkreditieren
möchten
- Verbesserung der Zusammenarbeit untereinander
und Akkreditierung der Zertifikate, um ihre Verantwortung
zu erhöhen und das
Vertrauen der Verbraucher in solche Nachhaltigkeitszeichen
im Tourismus zu erhöhen.
Parallel zur erfolgreichen Einführung des VISIT Netzwerkes
in Europa wurde im September 2003 in Bahía, Brasilien
das panamerikanische “Sustainable Tourism Certification
Network” gegründet.
www.rainforest-alliance.org/programs/sv/index.html |
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