Zielgebiete Wie kann dies mit dem Tourismus verbunden werden? Ganz
einfach indem analysiert wird, wie der Tourismus zu den
Nachhaltigkeitsproblemen auf lokaler und globaler Ebene beiträgt.
Sobald die Rolle des Tourismus bei dieser Fragestellung bestimmt
ist, können auch Maßnahmen, die die negativen Einflüsse
verringern, durchgeführt und positive Beiträge, die der
Tourismus zur Nachhaltigkeit liefern könnte, gesteigert werden.
Es sollte inzwischen deutlich geworden sein, dass der Tourísmusprozess
für sich allein nicht als nachhaltig oder nicht nachhaltig
qualifiziert werden kann. Nachhaltigkeit bezieht sich immer auf
ein Territorium, sei es eine Gemeinde, eine Nation oder die ganze
Erde. Tourismus ist außerdem neben Landwirtschaft, Gewerbe
oder anderen Wirtschaftssektoren, nur ein Faktor unter vielen,
der sich auf ein bestimmtes Gebiet auswirkt. Er könnte einen
positiven oder negativen Einfluss auf die Nachhaltigkeit dieses
Gebietes haben, aber kann selbst nicht direkt und allein die Nachhaltigkeit
sicherstellen. Der Einfachheit halber sollte daher eher von einem
mehr oder weniger nachhaltigen Tourismus gesprochen werden. Die Rolle von
Indikatoren
Um eine nachhaltige Tourismuspolitik umzusetzen, ist einerseits
das Wissen über die Auswirkungen des Tourismus auf globaler
und lokaler Ebene notwendig, andererseits braucht man speziell
entwickelte Strategien und Maßnahmen, mit deren Hilfe
auf diese Wirkungen reagiert werden kann.
Es mangelt heute nicht an theoretischen Systemen, die das Verhältnis zwischen
Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie beschreiben. Eine solche Methode wurde
von der European Environmental Agency (EEA) entwickelt, und trägt den Namen
DPSIR Konzept. Das Konzept besteht aus einer Kette von Kausalbeziehungen, ausgehend
von den treibenden Kräften (Driving Forces - z.B. ökonomischer Sektor,
menschliches Handeln), über Belastungen (Pressures – z.B. Emissionen,
Abfälle, usw.) zum Zustand der Umwelt (State – z.B. physikalisch,
chemisch, biologisch, usw.) sowie Auswirkungen (Impact – z.B. auf Ökosysteme,
Gesundheit usw.) und mögliche politische Antworten (Response – z.B.
politisch, ökonomisch, institutionell, usw.). Der Tourismus ist einer der
treibenden Kräfte; und wir wollen wissen, welche Belastungen und Einflüsse
er auf unsere Umgebung sowie die gesellschaftlichen und ökonomischen Lebensbedingungen
ausübt, und wie wir darauf reagieren können. |
Der VISIT Ansatz in Verbindung mit dem
Europäischen Ökolabel
für Beherbergungsbetriebe ist ein bedeutender Schritt
nach vorn, um einen verlässlichen Rahmen für
die weitere Entwicklung des nachhaltigen Tourismus zu schaffen.
Er wird Zielgebiete dabei helfen, eine langfristige und
nachhaltige Vision für ihre touristischen Aktivitäten
zu entwickeln und umzusetzen. Wir werden den VISIT Standard
durch unsere Aktivitäten und unser Städtenetzwerk
im Bereich des nachhaltigen Tourismus unterstützen.
Ebenso beteiligen wir uns an der Entwicklung von Indikatoren
und Managementsystemen für nachhaltige Zielgebiete
mit Bezug auf die thematische Strategie für die städtische
Entwicklung in der Europäischen Union. (Quelle: ICLEI) |
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Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, all diese Prozesse auch für
die ganze Bevölkerung erkennbar zu machen. Im Falle des Tourismus
würde dies heißen, dass man diese Prozesse den Touristen,
der örtlichen Bevölkerung, den Politikern, den Betriebsinhabern
und sonstigen Personen aufarbeiten, darstellen und zur Verfügung
stellen müsste. Alle Beteiligten müssen verstehen, welche
Auswirkungen ihre täglichen Aktivitäten auf eine nachhaltige
Entwicklung haben, und sie müssen erkennen können, was
sie mit Maßnahmen bisher schon erreicht haben und welche Ziele
für die Zukunft zu erreichen sind. Für die Beschreibung
dieser Entwicklungen müssen Indikatoren gefunden werden, die
für alle Interessensverbände akzeptabel sind und eine eindeutige
Botschaft vermitteln, welche Ihnen erlaubt, ihre Praxis zu verändern.
Indikatoren stellen eine Methode dar, mit einfachen Kennzahlen
komplexere Verhältnisse darzustellen und dabei unterschiedliche Prozesse
und Faktoren zusammenzufassen. Indikatoren werden verwendet, um ein
schlüssiges und aussagefähiges Ergebnis als Zusammenfassung
für ein größeres Publikum darstellen zu können.
Der nächste Schritt ist die Analyse des Tourismusprozesses und
die Findung solcher Indikatoren, die aufzeigen, wie dieser Prozess
die Nachhaltigkeit einer spezifischen Region auf positive oder negative
Weise beeinflusst. Anhand dieser Indikatoren können wir
- die zukünftige touristische Leistung in einem spezifischen
Gebiet vergleichen (z. B. durch Vergleichen von Maßnahmen,
die dies beeinflussen);
- hnliche touristische Prozesse
in anderen Gebieten vergleichen (z. B. Bergtourismus in verschiedenen
Bergregionen, Strandtourismus in verschiedenen Strandgebieten);
- ein „best-practice“ Benchmarking
System einführen;
- evaluieren, ob politische Maßnahmen
und Instrumente, die durchgeführt wurden, den gewünschten
Effekt erzielt haben, oder weshalb sie nicht funktionierten.
Ein großes Problem liegt darin, dass es kein europaweit
koordiniertes, konsistentes Datensammlungssystem für die
Bereiche Tourismus und Umwelt auf lokaler Ebene (Gemeindeebene)
gibt. Lokale Gemeinschaften haben meist nicht die benötigte
Kapazität, um neue Daten zu sammeln; deshalb sind wir gezwungen,
uns auf jene Bereiche zu konzentrieren, von welchen der Tourismus
in hohem Maße abhängig ist oder in welchen der Tourismus
eine wichtige – positive oder negative – Rolle für
eine nachhaltige Entwicklung spielt. |
Was ist ein Zielgebiet?
Ein Zielgebiet im Rahmen dieses Projektes ist jedes Gebiet,
das sich selbst als touristisches Zielgebiet vermarktet
und auch so von der Öffentlichkeit empfunden wird.
Um die statistische Analyse zu vereinfachen, schlagen
wir vor, die Grenzen eines Zielgebietes an die Grenzen
von Gemeinden zu binden, womit ein Zielgebiet aus einer
oder mehreren Gemeinden bestehen kann.
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