SchlüsselindikatorenRolle von IndikatorenDer TourismuskreislaufArten von Indikatoren
TABELLE: Schlüsselindikatoren
 

 

Über diese Publikation
Vorwort
Europa
Die Europäische Union
Zielgebiete
Tabelle: Schlüsselindikatoren
Ökolabel im Tourismus
Der Tourismusmarkt
Der VISIT Ansatz
Der VISIT Standard
VISIT Umweltzeichen
VISIT Imagekampagne
Leichter Zugang zu zertifizierten Produkten
Der VISIT Verband
Ausblick 2010
Danksagung

 

Zielgebiete

Wie kann dies mit dem Tourismus verbunden werden?

Ganz einfach indem analysiert wird, wie der Tourismus zu den Nachhaltigkeitsproblemen auf lokaler und globaler Ebene beiträgt. Sobald die Rolle des Tourismus bei dieser Fragestellung bestimmt ist, können auch Maßnahmen, die die negativen Einflüsse verringern, durchgeführt und positive Beiträge, die der Tourismus zur Nachhaltigkeit liefern könnte, gesteigert werden.

Es sollte inzwischen deutlich geworden sein, dass der Tourísmusprozess für sich allein nicht als nachhaltig oder nicht nachhaltig qualifiziert werden kann. Nachhaltigkeit bezieht sich immer auf ein Territorium, sei es eine Gemeinde, eine Nation oder die ganze Erde. Tourismus ist außerdem neben Landwirtschaft, Gewerbe oder anderen Wirtschaftssektoren, nur ein Faktor unter vielen, der sich auf ein bestimmtes Gebiet auswirkt. Er könnte einen positiven oder negativen Einfluss auf die Nachhaltigkeit dieses Gebietes haben, aber kann selbst nicht direkt und allein die Nachhaltigkeit sicherstellen. Der Einfachheit halber sollte daher eher von einem mehr oder weniger nachhaltigen Tourismus gesprochen werden.

Die Rolle von Indikatoren

Um eine nachhaltige Tourismuspolitik umzusetzen, ist einerseits das Wissen über die Auswirkungen des Tourismus auf globaler und lokaler Ebene notwendig, andererseits braucht man speziell entwickelte Strategien und Maßnahmen, mit deren Hilfe auf diese Wirkungen reagiert werden kann.
Es mangelt heute nicht an theoretischen Systemen, die das Verhältnis zwischen Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie beschreiben. Eine solche Methode wurde von der European Environmental Agency (EEA) entwickelt, und trägt den Namen DPSIR Konzept. Das Konzept besteht aus einer Kette von Kausalbeziehungen, ausgehend von den treibenden Kräften (Driving Forces - z.B. ökonomischer Sektor, menschliches Handeln), über Belastungen (Pressures – z.B. Emissionen, Abfälle, usw.) zum Zustand der Umwelt (State – z.B. physikalisch, chemisch, biologisch, usw.) sowie Auswirkungen (Impact – z.B. auf Ökosysteme, Gesundheit usw.) und mögliche politische Antworten (Response – z.B. politisch, ökonomisch, institutionell, usw.). Der Tourismus ist einer der treibenden Kräfte; und wir wollen wissen, welche Belastungen und Einflüsse er auf unsere Umgebung sowie die gesellschaftlichen und ökonomischen Lebensbedingungen ausübt, und wie wir darauf reagieren können.

Der VISIT Ansatz in Verbindung mit dem Europäischen Ökolabel für Beherbergungsbetriebe ist ein bedeutender Schritt nach vorn, um einen verlässlichen Rahmen für die weitere Entwicklung des nachhaltigen Tourismus zu schaffen. Er wird Zielgebiete dabei helfen, eine langfristige und nachhaltige Vision für ihre touristischen Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen. Wir werden den VISIT Standard durch unsere Aktivitäten und unser Städtenetzwerk im Bereich des nachhaltigen Tourismus unterstützen. Ebenso beteiligen wir uns an der Entwicklung von Indikatoren und Managementsystemen für nachhaltige Zielgebiete mit Bezug auf die thematische Strategie für die städtische Entwicklung in der Europäischen Union. (Quelle: ICLEI)

Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, all diese Prozesse auch für die ganze Bevölkerung erkennbar zu machen. Im Falle des Tourismus würde dies heißen, dass man diese Prozesse den Touristen, der örtlichen Bevölkerung, den Politikern, den Betriebsinhabern und sonstigen Personen aufarbeiten, darstellen und zur Verfügung stellen müsste. Alle Beteiligten müssen verstehen, welche Auswirkungen ihre täglichen Aktivitäten auf eine nachhaltige Entwicklung haben, und sie müssen erkennen können, was sie mit Maßnahmen bisher schon erreicht haben und welche Ziele für die Zukunft zu erreichen sind. Für die Beschreibung dieser Entwicklungen müssen Indikatoren gefunden werden, die für alle Interessensverbände akzeptabel sind und eine eindeutige Botschaft vermitteln, welche Ihnen erlaubt, ihre Praxis zu verändern.

Indikatoren stellen eine Methode dar, mit einfachen Kennzahlen komplexere Verhältnisse darzustellen und dabei unterschiedliche Prozesse und Faktoren zusammenzufassen. Indikatoren werden verwendet, um ein schlüssiges und aussagefähiges Ergebnis als Zusammenfassung für ein größeres Publikum darstellen zu können. Der nächste Schritt ist die Analyse des Tourismusprozesses und die Findung solcher Indikatoren, die aufzeigen, wie dieser Prozess die Nachhaltigkeit einer spezifischen Region auf positive oder negative Weise beeinflusst. Anhand dieser Indikatoren können wir

  • die zukünftige touristische Leistung in einem spezifischen Gebiet vergleichen (z. B. durch Vergleichen von Maßnahmen, die dies beeinflussen);
  • hnliche touristische Prozesse in anderen Gebieten vergleichen (z. B. Bergtourismus in verschiedenen Bergregionen, Strandtourismus in verschiedenen Strandgebieten);
  • ein „best-practice“ Benchmarking System einführen;
  • evaluieren, ob politische Maßnahmen und Instrumente, die durchgeführt wurden, den gewünschten Effekt erzielt haben, oder weshalb sie nicht funktionierten.

Ein großes Problem liegt darin, dass es kein europaweit koordiniertes, konsistentes Datensammlungssystem für die Bereiche Tourismus und Umwelt auf lokaler Ebene (Gemeindeebene) gibt. Lokale Gemeinschaften haben meist nicht die benötigte Kapazität, um neue Daten zu sammeln; deshalb sind wir gezwungen, uns auf jene Bereiche zu konzentrieren, von welchen der Tourismus in hohem Maße abhängig ist oder in welchen der Tourismus eine wichtige – positive oder negative – Rolle für eine nachhaltige Entwicklung spielt.

Was ist ein Zielgebiet?
Ein Zielgebiet im Rahmen dieses Projektes ist jedes Gebiet, das sich selbst als touristisches Zielgebiet vermarktet und auch so von der Öffentlichkeit empfunden wird. Um die statistische Analyse zu vereinfachen, schlagen wir vor, die Grenzen eines Zielgebietes an die Grenzen von Gemeinden zu binden, womit ein Zielgebiet aus einer oder mehreren Gemeinden bestehen kann.

 

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